«Als Filmemacherin bin ich eigentlich auch Schneiderin»

 

Rückblick, Events

Im Frühling dieses Jahres haben wir die Trend Forecasting Plattform «Kontext» lanciert. Und mit ihr auch eine dreiteilige Filmreihe. Diese begleitete Swiss Textiles als Initiantin zu Projektbeginn, die Kontext-Makers während dem Workshop und die erste Jahresveranstaltung. In enger Zusammenarbeit mit der Video-Künstlerin Sabrina Labis und mit musikalischer Unterstützung von Chris Obrist sind drei aussagekräftige Werke entstanden. 

Was stimmig aussieht, ist Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Material, den Tätigkeiten und Arbeiten der unterschiedlichen Maker-Mitglieder. In einem Kurzinterview sprachen wir mit Sabrina Labis und Chris Obrist über die Ideenfindung, die Produktionszeit, das Storytelling und das Endergebnis. Welche Herausforderungen galt es zu meistern? Woher kam die Inspiration? Gibt es Parallelen zwischen der Arbeit eines Designers und dem Filmproduzenten? Wie beurteilen Sie das Endergebnis? 

Liebe Sabrina, zusammen mit dem Team von Kontext hast du die dreiteilige Filmreihe produziert. Worauf hast du bei der visuellen Umsetzung besonders geachtet? 

Sabrina Labis: Kontext ist eine neue Plattform und es war wichtig, die visuelle Identität von Kontext auch im Video zu verankern, damit die Wiedererkennung – gerade bei einem neuen Auftritt – da ist. Dazu kommt, dass Kontext sich ja mit Farbstimmungen beschäftigt und einen hohen gestalterischen Anspruch hat. Mir war sehr wichtig, dass dies auch im Video zum Vorschein kommt. 

Die Videoreihe ist jeweils ein Mix von Interview und Impressionen. Kannst du uns etwas zum Bildsprache sagen?

Sabrina Labis: Swiss Textiles initiierte die Eventreihe «Kontext». Ich habe daher versucht, das Verwobene eines Textils in die Bildsprache einfliessen zu lassen. Ein Faden mit dem andren zu verweben, ein Bild mit dem Anderen zu verknüpfen. Der Filmschnitt, auch oft Montage genannt, kann mit der Arbeit eines Schneiders für Textilien verglichen werden. Wenn Stoffe zusammengenäht werden, entsteht daraus ein neues Ganzes. So ähnlich ist das beim Filmschnitt auch. 

Als Filmemacherin erzählt man Geschichten. Wie hast du den roten Faden gefunden und welche Rolle spielten die Interviews dabei?

Sabrina Labis: Die Montage Postproduktion vergleiche ich gerne mit der Bildhauerei: Man trägt von anfänglichen sechs Stunden Drehmaterial ab, bis das dreiminütige Video übrigbleibt. Das Material leitet und lässt gewisse Formen der Erzählung zu. Bei dieser Filmreihe treiben die Aussagen der Initianten, Kontext-Maker und Referenten das Storytelling. Sie sind der rote Faden und geben den Bildern ihren Sinn. Da die Antworten im Vorfeld nicht schriftlich ausgearbeitet wurden, machen sie den Inhalt sehr authentisch. 

Die Musik wurde von Chris Obrist komponiert. Welche Rolle nimmt die Musik bei diesem Projekt ein?

Sabrina Labis: Der Soundtrack ist wichtig. Er definiert den Schnitt und somit auch den Rhythmus der Aussagen und Bilder. Die Musik hält alle Elemente zusammen, wie ein Sockel eines Kunstwerks. Sie ist die Basis für das Endergebnis. 

Lieber Chris, Sabrina betont hier die doch sehr zentrale Rolle deiner Musik. Wie hast du den Link zum Projekt sichergestellt. Was kannst du uns über die Musiktracks erzählen?

Chris Obrist: Der Soundtrack zum dritten Video «Kontext – die Jahresveranstaltung» ist von Vangelis Filmmusik zu Ridley Scott's «Bladerunner» inspiriert. Vangelis Musik beschäftige sich mit den Themen: Post Post-Apokalypse, Künstliche Intelligenz, Surrogates und Virtual Reality. Mein Sound für «Kontext» ist imposant und kreiert eine kraftvolle und dennoch zerbrechlich fragile Stimmung. Die Musik ist leicht melancholisch und greift das Romantische auf. Passend zum Thema «Fall for romance».

Wie kann man sich den Prozess der Ideenfindung bis zum fertigen Stück vorstellen?

Chris Obrist: Es ist grundsätzlich ein gestalterischer Prozess, wie in der Malerei, dem Design oder der Filmproduktion. Es beginnt mit einer Recherche, dann folgt das Sammeln von Ideen, die man umsetzt und dann nochmals kritisch reflektiert. Ich experimentiere viel, verliere mich auch gern im Musizieren.

Als Abschlussfrage an euch beide: Was war an diesem Projekt die grösste Herausforderung?

Sabrina Labis: Der Ästhetik, den Materialien und Designs des einzelnen Gestalters gerecht zu werden. Es war mir wichtig, die Arbeiten inhaltlich und visuell zu zeigen, ohne sie in ein Schema reinzudrücken oder zu banalisieren.

Chris Obrist: Jedes Projekt fordert mich. Das ist mein Anspruch an meine Arbeit. Dabei begebe ich mich auf eine leidenschaftliche Suche, um herauszufinden, was ein Track braucht.

About the author: Elisa da Costa

Als Content Managerin betreut sie neben der Kontext auch die Swiss Textiles Website sowie die Sozialen Medien. Für die Kanäle schreibt sie nicht nur sondern produziert auch Video- oder Bildmaterial selbstständig oder zusammen mit externen Partnern. 
Als Mitarbeiterin Kommunikation und PR unterstützt sie Mirjam Matti Gähwiler durch einzelne Beiträge beim Erarbeiten von Publikationen oder der Pressearbeit.

Next Events

Kontext View 13.12.2017

Die kommende Kontext View behandelt das Trend Forecasting für die Herbst/Winter Kollektionen 2019/2020. Das ein detailliertes Programm wird im Oktober zeitnah bekannt gegeben. 

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